Chiaöl

Chiaöl

Chialöl wird aus Chiasamen hergestellt. Während die Samen zu den Superfoods zählen und bereits bekannt sind, hat sich die positive Wirkung von Chiaöl noch nicht so stark herumgesprochen. Dabei ist Chiaöl aufgrund seiner Inhaltsstoffe ein empfehlenswertes Öl, das unter anderem das Immunsystem stärkt und den Stoffwechsel positiv beeinflusst. Regelmäßig eingenommen hebt es die Laune und sorgt für mehr Gelassenheit, da es auch eine nervenstärkende Wirkung vorweist. Zudem lässt sich Chiaöl als Speiseöl für die Küche verwenden.

Chiaöl Herstellung

Chiaöl wird aus den Samen der aus Mexiko stammenden Salbeipflanze „Salvia hispanica“ gewonnen. Diese Samen enthalten rund 40 Prozent Öl. In früheren Zeiten galt Chia bei den Azteken als wichtige Pflanze für die Ernährung. Die Chiasamen wurden roh oder getrocknet verzehrt.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 1,75 Meter hoch und besitzt behaarte Stängel von hellgrüner Farbe. Die Knospen sind zunächst hellgrün und färben sich später dunkler. Daraus entwickeln sich blaue oder weiße Blüten, die in endständigen Scheinquirlen wachsen. Die reifen Fruchtkapseln färben sich nach dem Verwelken der Blüten hellbraun.

Chia wird mittlerweile in mehreren Ländern angebaut, zum Beispiel in Zentralmexiko, Guatemala, Kolumbien, Bolivien, Argentinien, Peru, Kenia, Australien und im Süden der USA.

Für die Herstellung des Chiaöls können drei Verfahren angewendet werden: Kaltpressung, Heißpressung und Extraktion. Ein hochwertiges Chiaöl wird im Kaltpressverfahren gewonnen, denn durch diese Herstellungsmethode bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten. Bei der Heißpressung gehen durch die Hitze wertvolle Nährstoffe verloren.

Wenn ein extrahiertes Chiaöl ausgewählt wird, sollte die Extraktion nicht mittels chemischen sondern per verdichtetem CO2 durchgeführt worden sein. Bei der physikalischen Extraktion bleiben ebenfalls die Inhaltsstoffe erhalten und es muss nicht befürchtet werden, dass sich chemische Rückstände im Öl befinden.

Ein gutes Chiaöl schmeckt fast neutral, hat ein klares, farbloses Aussehen und riecht leicht nussig.

Chiaöl Inhaltsstoffe

In Chiaöl sind diese Nährstoffe enthalten:

  • Alpha-Linolensäure (60 Prozent)
  • Linolsäure (bis 26 Prozent)
  • Palmitinsäure und andere gesättigte Fettsäuren
  • Proteine (rund 20 Prozent)
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Polysaccharide

Chiasamen

Chiaöl Anwendung

Chiaöl kann für die Hautpflege und bei trockener, rissiger Haut eingesetzt werden. Ebenso erweist sich die entzündungshemmende Wirkung bei Hautunreinheiten als sehr positiv. Das Chiaöl sorgt für die Regeneration der Hautzellen und spendet der Haut Feuchtigkeit. Wird das Öl täglich in die Haut einmassiert, verändert sich das Hautbild: Die Haut wirkt frischer und straffer. Außerdem stellen die im Chiaöl enthaltenen Antioxidantien einen Schutz der Hautzellen dar. Chialöl lindert auch den Juckreiz bei Neurodermitis oder anderen Hautbeschwerden.

Bei trockenen oder spröden Haaren kann Chiaöl als Haarpflegemittel verwendet werden. Die Haare werden mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt, sodass sie fester und stabiler werden. Auch die Kopfhaut profitiert von Chiaöl, vor allem wenn man unter trockener und juckender Kopfhaut leidet. Das Chiaöl wird in die Haare und auf die Kopfhaut einmassiert und nach einer kurzen Einwirkzeit mit warmen Wasser ausgewaschen.

Weitere Anwendungsgebiete von Chiaöl

  • Gelenkschmerzen: Chiaöl wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Bei Gelenkschmerzen kann das Öl innerlich und äußerlich verwendet werden. Für die äußere Anwendung kann das Chiaöl in die schmerzenden Gelenke einmassiert werden.
  • Bluthochdruck: Chiaöl hat einen blutdrucksenkenden Effekt
  • Diabetes: Chiaöl reguliert den Blutzuckerspiegel, sodass sich die regelmäßige Einnahme positiv auf Diabetes auswirken kann

Chiaöl in der Küche

Chiaöl kann ebenfalls als Speiseöl in der Küche verwendet werden. Das geschmacksneutrale Öl eignet sich unter anderem:

  • Zum Anbraten von Fleisch und Fisch
  • Als Zusatz für Salatdressings
  • Als Zutat für Smoothies
  • Für Quarkspeisen
  • Als Zutat für kalte Saucen und Dips

Chiaöl Wirkung

Durch den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren sowie die enthaltenen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente zeigt Chialöl ein recht breites Wirkungsspektrum:

  • Chiaöl erhöht die Leistungsfähigkeit
  • Chiaöl beruhigt und stärkt die Nerven
  • Chiaöl unterstützt die gesamten Stoffwechselprozesse
  • Chiaöl wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus
  • Chiaöl zeigte eine entzündungshemmende Wirkung

Chiaöl Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen von Chiaöl bekannt, solange das Öl in Maßen verzehrt wird.

Chiaöl kaufen

Beim Kauf von Chiaöl sollte ein kaltgepresstes Öl mit Bioqualität gewählt werden. Somit sind alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten und das Chiaöl ist frei von chemischen Stoffen.

Chiaöl Dosierung

Eine Dosierungsempfehlung für Chiaöl gibt es noch nicht, denn Chia-Produkte sind noch nicht lange für den europäischen Raum zugelassen. Für Chiasamen werden 15 Gramm täglich empfohlen. IN den USA liegt die empfohlene Tagesration bei 50 Gramm pro Tag.

Man muss somit die Dosierung selbst austesten und kann mit 1 Teelöffel täglich beginnen.

Selbstverständlich sollte sein, das Öl nicht in zu hoher Menge zu konsumieren, denn dies könnte zu Durchfall oder Blähungen führen.

Quellen

  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25403867 (Abruf: 24.02.2019)
  • British Journal of Nutrition, 2009
  • https://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/chia-7781.html (Abruf: 28.02.2019)
  • https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/chiasamen-wie-gesund-ist-das-angebliche-superfood-wirklich-11792 (Abruf: 12.02.2019)
  • Suri, S., Passi, J. S., Goyat, J. Chia Seed (Salvia Hispanica L.) – A New Age Functional Food. 4th International Conference on Recent Innovations in Science Engineering and Management. March 20, 2016.
  • de Souza Ferreira C, de Sousa Fomes LD, Espirito Santo da Silva G, Rosa G. Effect of chia seed (Salvia hispanica L.) consumption on cardiovascular risk factors in humans: a systematic review. Nutricion hospitalaria. 2015;32(5).
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